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Aktuare empfehlen deutliche Senkung

Aktuare empfehlen deutliche Senkung des Rechnungszinses

Nach Ansicht der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) sollte der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung von aktuell 1,75 Prozent 2015 auf 1,25 Prozent abgesenkt werden. Wegen der schwer abzuschätzenden finanziellen und ökonomischen Entwicklung im Euro-Raum soll die jetzige Empfehlung im Jahresverlauf allerdings noch überprüft und gegebenenfalls revidiert werden, halten sich die Aktuare ein Hintertürchen offen.


Die anhaltend niedrigen Zinsen machen den Lebensversicherern zu schaffen und erschweren es, die in der Vergangenheit zugesagte garantierte Verzinsung zu erwirtschaften. Bis Mitte 1994 lag der Garantiezins (auch Höchstrechnungszins genannt) zwischen 3,0 und 3,5 Prozent.
Den höchsten Garantiezins gab es in den folgenden sechs Jahren mit 4,0 Prozent. Danach war der Zinssatz alle paar Jahre zwischen 0,75 und 0,5 Prozentpunkten abgesenkt worden, zuletzt Anfang 2012 auf 1,75 Prozent (VersicherungsJournal 22.2.2011).

Sehr niedrige Umlaufrendite

Die Höhe des Garantiezinses wird dabei nicht etwa willkürlich verändert, sondern orientiert sich an der Umlaufrendite zehnjähriger Anleihen der öffentlichen Hand. So darf der Höchstrechnungszins laut § 65 VAG nicht mehr als 60 Prozent des Mittelwerts betragen, der sich aus dem Anleihezins der letzten zehn Jahre errechnet.
Die Umlaufrendite liegt derzeit bei rund 1,6 Prozent, der Durchschnittswert der letzten zehn Jahre bei etwas über 2,9 Prozent. Die Kontrollgröße für den Garantiezins, also die oben angesprochenen 60 Prozent des zehnjährigen Mittelwertes, liegt damit aktuell nur noch hauchdünn oberhalb des derzeit gültigen Höchstrechnungszinses von 1,75 Prozent.
Diese Entwicklung bei der Umlaufrendite hatte die Bundesregierung bereits Mitte des Jahres zur Prüfung veranlasst, ob eine Senkung des Rechnungszinses erforderlich sei (VersicherungsJournal 6.5.2013). Eine endgültige Entscheidung ist zwar bis jetzt noch nicht gefallen. Allerdings hält auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. eine Absenkung des Garantiezinses für unausweichlich (VersicherungsJournal 17.9.2013).

Aktuare empfehlen Absenkung auf 1,25 Prozent

Dies sieht auch die Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) nicht anders, die gestern ihre alljährliche Empfehlung zur Höhe des Garantiezinses veröffentlicht hat. „Vor dem Hintergrund einer unveränderten Niedrigzinsphase schlägt die DAV im Euroraum für das Jahr 2015 vor, den Höchstrechnungszinssatz für Lebensversicherungs-Verträge mit Zinsgarantie auf 1,25 Prozent zu senken“, schreiben die Aktuare.
Die Langfristigkeit dieser Garantie mache es erforderlich, den Garantiezins immer ein gutes Stück unterhalb des aktuell erzielbaren sicheren Zinssatzes festzusetzen, führen die Versicherungs-Mathematiker weiter aus.

Die Aktuare halten es allerdings „für dringend angezeigt, die weitere Zinsentwicklung genau zu beobachten und darauf basierend die jetzige Empfehlung im Laufe des Jahres 2014 noch einmal zu überprüfen und sie bei einer Veränderung der Rahmenbedingungen gegebenenfalls auch zu revidieren." Begründung: Die weiteren ökonomischen und finanziellen Entwicklungen im Euroraum seien derzeit nur schwer abzuschätzen.

Quelle: www.versicherungsjournal.de

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